Shortcut: Der ECHO an sich ist oder war nur Teil des Problems.

Mit großer Sicherheit habt ihr es eh schon überall anders gelesen – der Musikpreis ECHO wird eingestampft. Ein paar kurze Gedankengänge zum Thema.

Byebye ECHO! Solltet ihr zu denjenigen gehören, die bisher um die Thematik des Skandals rund um Kollegah und Farid Bang herumgekommen sind, Glückwunsch! Und sorry für’s Zerstören eurer Bubble. Dabei mag ich gar nicht mehr groß auf den Sachverhalt an sich eingehen, das haben schlauere und eloquentere Menschen an diversen Stellen bereits ausführlich getan.

Was bleibt, sind grundlegend erst einmal zwei Dinge: Eine Anzeige wegen Volksverhetzung gegen Kollegah, Farid Bang und BMG-Chef Hartwig Masuch durch einen Hamburger Privatmann und ein irreparabler Imageschaden des Musikpreises. Und auf letzteres hat dieser jetzt reagiert. Denn was tut man, wenn etwas kaputt ist? Richtig, man begräbt es und schafft sich etwas Neues heran. So hat es der Vorstand des Verbandes der Musikindustrie jedenfalls vor. Obwohl nun auch der ECHO Klassik und der ECHO Jazz neu aufgestellt werden sollen, sei bisher am ehesten eine Ausrichtung in deren Richtung zu erwarten. Heißt: Mehr Jurywertung, weniger Publikum. Ob das nun tatsächlich so oder doch ganz anders wird, soll im Juni im Rahmen eines Workshops zur Neugestaltung des Musikpreises besprochen werden.

Klingt für mich bisher wie ein (kläglicher) Versuch, ein Konzept zu retten, das nicht mehr zu retten ist. Der Fisch stinkt doch vom Kopf her. Wie ich bereits in einem vorangegangenen Artikel erwähnt hatte, liegt das Problem meiner Ansicht nach aber nicht unbedingt an der Preisverleihung an sich. Sollen sie sich selbst für ihre Verkäufe doch feiern, tut ja per se erst einmal keinem weh, wenn sie sich selbst beweihräuchern. Was meiner Nase nach tatsächlich mehr als nur üblen Gammelgeruch verbreitet, ist das gesellschaftliche Problem dahinter: Wie kann es im Jahr 2018 sein, dass Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und andere Widerwärtigkeiten nahezu selbstverständlich hingenommen werden und nur durch einen großen Skandal im Rahmen einer bekannten Preisverleihung thematisiert werden? Und was sagt das über die Jurywertung eines Musikpreises aus, wenn sich wohl niemand tiefgreifender mit den nominierten Beiträgen beschäftigt zu haben scheint?

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Im September 2013 startete ich diesen Blog und im Spätsommer 2014 entdeckte ich dadurch meine größte Leidenschaft - die Konzertfotografie.

Schallgefluester

Livemusik und Bühnennebel. Der Stoff, aus dem Konzerte sind. Schallgefluester ist dein Musikblog mit Herz und Seele statt kopfloser Massenproduktion. Von Adam Angst bis Die XYZ – hier wird musikalische Vielfalt groß geschrieben. Von Konzertfotos und Berichten bis hin zu Interviews, Rezensionen und Ankündigungen – ich widme mich kleinen und größeren Künstlern und deren Musik. Ob Geheimtipp wie Farben/Schwarz und KAFVKA oder großer Fisch wie Alligatoah, Billy Talent oder The Pretty Reckless – für mich zählt die Leidenschaft an der Musik.

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