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    Rezension: Lilly among clouds – Lilly among clouds

    lilly among clouds

    [dropcap]S[/dropcap]o lange hatte ich mir vorgenommen, endlich in die CD reinzuhören und doch habe ich es immer und immer weiter aufgeschoben. Als mich heute bei einer Recherche für einen anderen Beitrag schließlich ein Video von Lilly among clouds anlächelte, hegte ich Hoffnungen. Klingt sie echt so ähnlich wie meine heißgeliebten COSBY oder spinnt der YouTube-Algorithmus?

    Es ist verrückt. Während meiner Zeit in Berlin bekam ich plötzlich musikalische Post nach Hause. Gerade, als ich nicht die Möglichkeit dazu hatte, mich damit zu beschäftigen, kam Einiges an neuer Musik eingeflattert. Natürlich nahm ich mir vor, da später reinzuhören, da aber auch ansonsten ziemlich viel Stress anstand, geriet die CD zugegebenermaßen in Vergessenheit.
    Ich hatte es bereits erwähnt, aber YouTube weckte nun die Erinnerung an jene CD von Lilly among clouds mit dem wunderschönen Cover. Ich wollte mich aber nicht spoilern lassen, weshalb ich dem Drang des Nachhörens für’s Erste knapp widerstand. Kommen wir also erst einmal zu den harten Fakten.

    lilly among clouds - lilly among clouds
    Name Lilly among clouds von Lilly among clouds ¹
    Erschienen am 04.09.2015 via Among Clouds Records (Broken Silence)
    Musikstil experimenteller Songwriter-Pop zwischen Klavier, Streichern und Elektroeinschlägen
    Spieldauer 16:44 min verteilt auf 5 Songs
    Weitere Infos Facebook Webseite  Bandcamp
    zu erwerben via Amazon*, iTunes & Co.

    Selftitled. Irgendwie so nennt man das, wenn eine CD nach dem Interpreten benannt ist, das glaube ich jedenfalls. Das ist für eine Freundin der Interpretation von Albumtiteln leider etwas ernüchternd, aber was soll’s. Lilly among clouds. Lilly unter Wolken. Sie scheint bodenständig zu sein, wenn auch der Name trotzdem ein wenig träumerisch zu klingen vermag.
    Tatsächlich steckt dahinter die Würzburgerin Lilly Brüchner, deren Schönheit nicht beim Namen aufhört. Sie ist es nämlich selbst, die das Cover dieser CD ziert. Haare im Rotschimmer, kindliche und dennoch sehr weibliche Gesichtszüge. Der verspielte Schriftzug ihres Künstlernamen, der zugleich auch den Titel dieser EP widerspiegelt, weckt eine Ahnung von Leichtigkeit. Verbirgt sich hinter dieser CD doch “nur” seichter nahezu belangloser Songwriter-Pop?
    Schon auf der Vorderseite lässt sich im Hintergrund des ziemlich auf antik getrimmten Artworks eine Großstadt erkennen, welche sich bis auf die Rückseite zieht. Ein in sich sehr schönes Werk, welches ich mir so sogar an die Wand hängen würde.

    Doch nun endlich zu den inneren Werten. “Keep” heißt der erste Track der EP von Lilly among clouds. Was mir direkt vom ersten Ton an auffällt – ich liebe ihre Stimmfarbe. Ich liebe ihre kaugummiartige englische Aussprache. Diese Frau faszinierte mich ja schon in Sachen Aussehen und nun schafft sie es, dieses Gefühl über den ersten Ton hinaus zu wahren. Kaum sind dann auch Streicher, Klavier und Akustikgitarre in den Hintergrund gerückt und der elektronische Einschlag in den Vordergrund getreten, packt mich endgültig die Gänsehaut. “Keep” ist groß, nimmt viel Raum ein. Und ich möchte diesen Song am liebsten in Dauerschleife hören. Und JA, der Sound erinnert mich an COSBY und ich feier es einfach nur.
    “Blood&History” klingt da schon deutlich songwriterlastiger mit dem Klavier. “Cause I belong to you no matter what we do”. Dazu gesellt sich recht schnell ein Beat. Erst seichter, dann immer stärker. Und so wird es auch fast schon wieder orchesterartig, bis das alles wieder abflaut. Dieser Song ist ein Auf und Ab. Die Gänsehaut möchte mir irgendwie nicht mehr von der Seite weichen.

    “Well, I could” startet direkt mit einem leichten und deutlich schnelleren Beat im Hintergrund. Ich bin zunächst ein wenig irritiert, zeigt dieser Song doch noch einmal eine ganz andere Facette der Musikerin, irgendwie experimenteller. Ich werde ein wenig unruhig. Mag vielleicht daran liegen, dass es mich an eine Kreuzung aus Louise Gold und Sophie Hunger erinnert.
    Diesen Eindruck toppt dann noch einmal “Remember me”. Wieder ein schneller Beat, deutlich mehr Gitarre, aber auch etwas Klavier. Hier muss ich zudem unweigerlich an Markéta Irglová im Film “Once” denken.
    “Long distance relationship” schließlich beginnt noch einmal etwas synthielastiger, wenn auch kurz nach Beginn wieder ein etwas schnellerer und dennoch dezenter Beat dazustößt. Aber dann halt doch eher nach etwas ruhigerer COSBY-Manier, wenn wir schon bei den ganzen Vergleichen bleiben.

    Lilly among clouds ist eine wunderschön anzusehende Frau mit außergewöhnlicher Stimme, welche mit ihrer experimentellen Musik definitiv mein Herz und meine Playlist erobert hat. Ich bin mir sicher, dass ich in Zukunft einen ihrer Konzerttermine wahrnehmen werde, um mich auch live von ihren Qualitäten überzeugen zu können.

    Liest du noch oder likest du schon?

    Anspieltipps: “Keep”, “Blood&History”

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