Fotos/Bericht: Rummelburch in Duisburg

Auch wenn es schon wieder ein wenig länger her ist – Rummelburch, du AStA Campusfest der Universität Duisburg-Essen, wir haben Dich nicht vergessen! Im Gegenteil, Du warst ziemlich lässig, laut und nass und irgendwie trotzdem schön, was nicht zuletzt an Acts wie Cosby, Findus, Itchy Poopzkid oder Weekend lag.

Freitag, der 29. Mai 2015. Gemütlich schlendern wir mehrere Runden über den zugegebenermaßen etwas klein geratenen Jahrmarkt auf dem Duisburger Campus der Universität Duisburg-Essen. Doch so richtig können wir überhaupt nicht ausmachen, was fehlen könnte. Die wichtigsten Dinge hat Rummelburch parat – ob Dosenwerfen mit besonders spannenden Zielen wie etwa den hiesigen Verkehrsbetrieben, Wahrsagen, Einräder, Walkacts, Flohmarkt, Foodsharing oder Seifenblasen… ja sogar einen veganen Imbissstand, dessen Besucheransturm bis in die Nacht hinein kaum abreißt, findet man auf dem Gelände. Besonders wichtig ist in meinen Augen aber auch die Anwesenheit von Viva Con Agua, denn mir gefällt deren Engagement und vor allem deren verfolgtes Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

Die erste Band, deren Auftritt wir nach ein wenig organisatorischen Ungereimtheiten bewusst mitbekommen, hört auf den Namen Audible Life. Ihr deutscher Hip Hop mit Livemusik geht auf jeden Fall gut in Ohren und Beine. Stellenweise erinnern uns die Instrumentale sogar an den etwas funkigen Stil unserer Herzensmenschen von The Love Bülow. Kann man auf jeden Fall machen!

Zwischenzeitlich schlendern wir wieder mehrfach über das Gelände, machen es uns auf einer Bank gemütlich und beobachten so beispielsweise die Ankunft des zweitgrößten Acts des Tages, doch dazu später mehr.

Zunächst entert Thomas Allan die Bühne. Wie er da so steht, könnte er auch locker als britischer Indiemusiker durchgehen, der sich vor kleinen Teeniemädchen kaum retten kann und sich irgendwann verzweifelt in den Drogensumpf stürzt. So falsch liege ich bei der Einschätzung zumindest in Sachen Musik nicht, gibt es tatsächlich Indie-Rock mit leicht punkigen Einflüssen zu hören. Was den Rest angeht, das bleibt wohl abzuwarten.

Die erste wirkliche Überraschung des Tages sind für mich die Münchner von COSBY. Sie sehen nicht nur international aus, sie klingen auch so. Meinen Begleitungen gefällt der sehr synthiegetragene Sound im Stile von Robyn leider nicht so sehr, doch ich tanze ein wenig und bin durchweg beeindruckt von der Ausstrahlung dieser Musiker. Schade, dass an dieser Stelle leider noch nicht so viel Publikum am Start ist, COSBY hätten meiner Ansicht nach definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

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Als Nächstes steht mit mittlerweile einer guten halben Stunde Verspätung das große Wiedersehen mit den Nordlichtern von Findus auf dem Plan. Dieses Mal zeige ich mich deutlich zurückhaltender, fotografiere eher weniger und zappel dafür umso mehr gelassen zur Musik. Hatte ich den Sound der Band fast schon wieder vergessen, so gefällt er mir dieses Mal sogar noch besser als beim Konzert in Siegen. Passt irgendwie gut zum Wetter, welches sich ein wenig kühler und windig, aber noch recht beständig zeigt. Hinter uns entsteht mittig ein kleiner Moshpit und es zeigt sich, dass hier tatsächlich ein paar Fans am Start sind, welche lautstark mitsingen. Gäbe es da nicht diese Menschen, die unentwegt den Zigarettenrauch in die erste Reihe blasen würden, wäre dieser Auftritt auf seine Art und Weise einfach perfekt.

Zwischenzeitlich ärgern wir uns ein wenig über die Präsenz des WDR. Unpassender kann man sich vor Ort als öffentlich-rechtlicher Sender in unseren Augen kaum präsentieren. Zwar finden wir es auch nicht nett, wie ein Typ aus dem Publikum während einer Moderation ins Bild springt, dass dieser dafür aber umso schroffer zurückgewiesen wird, geht meiner Ansicht nach einfach gar nicht. Als wäre ewiglange Einparkmanöver des Funkwagens inmitten der für das Publikum freigegebenen Fläche nicht nervig genug gewesen.

Kommt Zeit, kommen Fans und immer bekanntere Bands. Es fühlt ich seltsam an, als Itchy Poopzkid die Bühne betreten und ich wieder die Einzige im Pressegraben bin. Umso mehr genieße ich die Situation abseits des Gedränges und nehme mir die Zeit, die ich benötige. Etwas eigenartig ist es schon, schließlich gehörten die Drei vor noch nicht einmal einem Jahr zu meinen ersten fotografierten Bands. Und nun schleiche ich gemütlich vor ihnen herum und teste in Ruhe verschiedene Perspektiven aus.
Währenddessen regen Sibbi, Panzer und Max das Duisburger Publikum mächtig zum Abgehen an und obwohl sich das Wetter mittlerweile alles Andere als sommerlich präsentiert, wird rigoros gefeiert, wild herumgesprungen und mitgesungen. Natürlich werden auch T-Shirts und andere Kleidugsstücke durch die Luft gewirbelt und fast findet Sibbi den Weg vom Publikum auf die Bühne nicht mehr zurück.
Das Konzert hat eigentlich nur zwei große Mankos. Erstens – die nervige Laterne inmitten des Parkplatzes, die einen fachgerechten Tritt verdient hätte und zweitens das Verhalten so mancher Leute aus der Security, die sich besonders in Bezug auf die Crowdsurfer nicht gerade souverän präsentiert. So werden diese zu Beginn nicht richtig am Graben aufgefangen und irgendwann sogar einfach wieder ins Publikum zurückgeschoben. Einem knallt tatsächlich sogar der Kopf auf den Wellenbrecher.
Und wenn wir schon einmal dabei sind – in eigener Sache finde ich übrigens auch einen der Organisatoren unfassbar uncool, der sich mit fieser Miene einen überaus großen Spaß daraus macht, eine Setlist für sich zu behalten und das vor den Fans bis ins Detail zu zelebrieren.
Es folgt die letzte Umbaupause des Abends, in der sich die Itchys Zeit für Fotos und Autogrammwünsche nehmen. Nun wird das Wetter leider immer mieser und Bildung von Schwimmhäuten und das Einfangen so manch ekliger Erkältung kann ab sofort nicht mehr ausgeschlossen werden.

Ich verschaffe Karolin einen Platz recht weit vorn und hoffe, dass sie den folgenden Auftritt als Winzling unter den Hip Hop Fans gut übersteht. Nach einer kurzen Danksagungszeremonie der studentischen Organisatoren schließlich folgt der wohl größte Act des Abends – Rapper Weekend.
Während ich einerseits von den Skills beeindruckt bin, mir den Herren aber irgendwie ein paar Jahre jünger vorgestellt hätte, versinkt Karo irgendwo inmitten der Leute und bounct, was die Arme so hergeben. Weekend ist im Übrigen nicht etwa allein – mit im Gepäck hat er neben seinem DJ auch seinen Rapkollegen emKay.
Man zeigt sich publikumsnah, mehrfach sucht Weekend direkten Kontakt zu seinen Fans und auf Nachfrage hat natürlich auch jemand im Publikum Geburtstag. Komisch, das habe ich auch immer, wenn auf einem Konzert danach gefragt wird…
Als besonders lustig stellt sich schließlich die Zugabe heraus. Man ahnt schon nichts Gutes, als es heißt, dass sich Weekend nicht sicher sei, ob er den Text von „Hi Chimperator“ noch drauf habe. Den kann er dann auch nur noch zu knapp 25 Prozent. Doch zum Glück ist emKay da und hilft ihm, wo es nur geht. Und das Publikum feiert diesen einprägsamen Auftritt umso mehr.

Ein Wunder, dass ich noch nicht davongeschwommen bin, als ich die völlig durchnässte Karolin aufgable. Schnell machen wir uns auf den Weg zu ihr nach Hause und um diese Frage zu klären – ja, so viel Regen haben wir schon lange nicht mehr abbekommen und ja, ich habe mich danach erkältet. Doch ich finde, der Aufwand hat sich für so ein schönes gemütliches Festival gelohnt, denn Duisburg, Du kannst was!

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Die Autorin

Hallo, mein Name ist Tini. Gerüchten meiner Eltern zufolge besuchte ich mein erstes Konzert mit gerade einmal drei Jahren. Heute bin ich neben meinem Studium der Medienwissenschaft notgedrungen im Software Testing und Design/Marketing unterwegs, um mich finanziell irgendwie über Wasser zu halten. Mein Herz habe ich im Jahr 2014 allerdings an die Konzertfotografie verloren und seitdem auch nicht wieder bekommen…

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