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    Rezension: Vielleicht Anna – 4 Jahre Sturm

    Schallgefluester Vielleicht Anna - 4 Jahre Sturm

    [dropcap]S[/dropcap]ie waren eine der ersten Bands, über die wir zu Beginn unserer Zeit mit dem Blog gestolpert sind. Nun ist es endlich soweit – das lang ersehnte Album steht in den Startlöchern. Na, schon erraten, um wen es geht? Die Rede ist von Vielleicht Anna. Die Platte mit dem Titel „4 Jahre Sturm“ erscheint am 15.03.2015. Doch Halt – nicht ohne von Christin begutachtet worden zu sein. Als wir auf die Band um Frontsänger Patrick stießen, trugen sie noch einen ganz anderen Namen. Villian. Ziemlich geheimnisvoll. Doch seitdem hat sich eine ganze Menge getan. Einer Sache blieb sich die Band aber auf jeden Fall treu. Oder findet Ihr etwa, „Vielleicht Anna“ wäre ein leichter interpretierbarer Name?

    Vielleicht Anna - 4 Jahre Sturm
    Name 4 Jahre Sturm von Vielleicht Anna ¹
    Erschienen am 15.03.2015
    Musikstil Pop/Rock
    Spieldauer 44:41 min verteilt auf 11 Songs
    Weitere Infos Facebook YouTube SoundCloud
    zu erwerben via Amazon*, iTunes & Co.
    „4 Jahre Sturm“ klingen nach einer heftigen Zeit. Rasant, nicht nur gut. Doch irgendwie hält man der Sache stand. Das Cover stellt den Titel perfekt dar. Unten in leichter Aquarelloptik in Lila- und Blautönen der Regen, oben die Rückenansicht einer langhaarigen jungen Frau im Wind. Ein in meinen Augen wirklich ansprechendes Design. Doch viel wichtiger als dies sind die inneren Werte der CD. Vorab muss ich sagen, dass ich ziemlich großen Respekt vor der Aufgabe habe, schließlich weiß ich recht gut, womit sich die Band in den letzten Monaten und Jahren verstärkt beschäftigt hat. Demnach gehe ich mit einer gewissen Ehrfurcht an die ganze Sache ran, jedoch habe ich trotzdem nicht die Absicht, irgendetwas zu beschönigen, nur weil mir die Hintergründe so nahe gehen. Der Namensgeber der Platte ist zugleich der Opener. „4 Jahre Sturm“ scheint mir mit seinem treibenden Beat wider Erwarten ein sehr motivierender und in die Zukunft blickender Song zu sein. „Wir kamen davon nach vier Jahren Sturm und schauen nach vorn.“ Von Anfang an fällt mir Patricks doch außergewöhnliche Stimme auf. Trotzdem werde ich nicht unbedingt warm mit diesem Track. Sehen wir weiter. Es bleibt positiv. „10.000 Stimmen“ könnte von seinem Sound her beinahe aus einem Werbespot stammen, ein solches Ohrwurmpotential verbirgt sich im Refrain. „Alles, was ich will, alles, was ich will, sind 10.000 Stimmen, die das Gleiche singen.“ Ein hohes, aber irgendwie schönes Ziel, jedenfalls in meinem Kopfkino. Mein Bauchgefühl trügt beim Lesen des Titels „Die Stadt am Main“ nicht. Natürlich handelt es sich hier um eine Liebeserklärung an Frankfurt am Main. In diesem Song wird die Stadt mit all den Banken, Schlipsträgern im Benz, dem Eisernen Steg und der Rennbahn charakterisiert. Das Instrumental klingt in meinen Ohren leider etwas dünn, auch wenn die Gitarrenriffs noch so versuchen, da etwas zu reißen. „Gib mir dein Licht“ trifft ins Herz und das auch nur aus allzu gutem Grund. Patrick hat Recht, hier klingt seine Stimme direkt ganz anders und ich kaufe ihm seine Emotionen tatsächlich ab. Es handelt sich hierbei um eine ganz besondere herzerwärmende Liebeserklärung. Spätestens mit den Worten „Ich schau mir sogar Bands an, die ich nicht mal mag, ich kaufe sie dir ganz, damit sie spiel’n Tag für Tag…“ sammelt dieser Track große Pluspunkte. Daran schließt sich „Gruß ans Leben“ an. Auch hier verweise ich wieder auf die Hintergründe, die besonders Patrick in den letzten Jahren stark beschäftigt haben. Hierbei werden besonders die positiven Aspekte hervorgehoben. Die guten Momente werden ausgekostet. Mit „Nur eine Stunde“ habe ich dann allerdings so mein Problem. Ehrlich gesagt finde ich den Song ziemlich frech und irgendwie unpassend. „Wieso erzählst du mir dein ganzes Leben? Damit konntest du nur verlier’n…“ „Deine Augen sind aus Gold“ erinnert stellenweise von der Stimme her ein wenig an Adel Tawil. Der Track beginnt mit einem angenehmen rockigen Intro mit rougher Gitarre. „Du bist viel schöner als du denkst, du bist das schönste Element, denn deine Augen sind aus Gold.“ Mich beschleicht ein seltsames Flashback. Irgendwie stelle ich an diesem Punkt der Platte fest, der Sound könne aus meiner Kindheit stammen. Hier finde ich sogar, der Titel hätte Potential, als Titelsong einer Animeserie durchzustarten. Positiv fällt mir die weibliche Gaststimme auf. „Hallo, ich bin Anna.“ Hallo Anna. „Kein Abschied“ holt den Kloß in meinem Hals zurück. Ich möchte mir überhaupt nicht anmaßen, diesen Song in irgendeiner Art und Weise schroff zu kritisieren, dazu spüre ich da zu viel Herzblut drin. Das Gitarrenpicking passt gut zur Message, da es am wenigsten davon ablenkt. Lediglich den Taktwechsel zwischen Refrain und Strophen finde ich dann doch etwas arg irritierend. „Das ist kein Abschied, du hast nicht verloren, du bist nur umgezogen. Das ist kein Abschied, ich glaub immer noch, dass du da draußen bist.“ „Jetzt oder nie“ und „Raus aufs Meer“ kommen leider irgendwie nicht so ganz an mich heran, vermutlich müsste man sich da noch einige Male mehr hineinhören. „Stadtlied“ hingegen ist mir noch einige Worte wert. Im Gegensatz zu „Stadt am Main“ heißt es hier „Nichts hält mich hier, will nur weg…“. Der wieder deutlich energetischere Song überrascht vor allem mit dem Sprechgesangspart im C-Teil. Davon hätte ich irgendwie gern mehr bei Vielleicht Anna. Dieser Stil steht der Band überraschend gut. Die große Textkunst ist „4 Jahre Sturm“ von Vielleicht Anna meiner Ansicht nach leider nicht, doch man spürt hier und da ziemlich viel Herz, was das Album dann doch schon wieder interessanter macht. Eigenartigerweise empfinde ich die Instrumentale jedoch größtenteils als eher altbacken, was mir ein Flashback zurück in meine Kindheit beschert. So muss ich mich hier und da beispielsweise etwa an „Everytime we touch“ von Maggie Reilly aus dem Jahre 1992 erinnern. Ob Einem dieser Sound heutzutage mit anderer Stimme und anderen Texten gefälllt, bleibt Jedem wohl selbst überlassen. Trotzdem ziehe ich meinen Hut vor der Band und ihrem offenen Umgang mit den doch krasseren Erfahrungen der letzten Zeit. Anspieltipps: „Gib mir dein Licht“, „Kein Abschied“

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