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    Fotos/Bericht: Enno Bunger & Spaceman Spiff in Essen

    Schallgefluester Enno Bunger & Spaceman Spiff in Essen

    [dropcap]M[/dropcap]anchmal muss man einfach einmal über seinen Schatten springen. Während sich Christin unendlich darüber freute, nach schier ewiger Abstinenz nun zum Konzert von Enno Bunger und Spaceman Spiff in Essen zu gehen, musste sie bei Karolin noch allerlei Überzeugungsarbeit leisten. „Ich hab keine Lust darauf, zu hören, wie sich beide abwechselnd volljammern!“ Mal abgesehen davon, dass der Spaceman gar nicht so doll jammert, kam dann sowieso alles ganz anders als erwartet. Der Einlass an der Weststadthalle in Essen gestaltet sich an diesem Abend ungewohnt kuschelig. Stellenweise treffen Verhaltensweisen Pubertierender auf die Körper erwachsener Menschen. Und was das gibt, überrascht uns schon sehr. Doch es wird niemand verprügelt, also ist alles gut. Außerdem bietet der große Saal einen Sitzplatz für jeden und sogar noch genug Zeit, sich mit Getränken einzudecken. Wir werden ja alle irgendwie älter. Irgendwann rennt ein aufgescheuchter Hannes mit einer Teetasse in der Hand vor die Bühne und stöpselt fast schon panisch herum. Wird’s bald was oder dauert’s noch? Das eh schon ungewohnt unberechenbare Publikum wird unruhiger. Doch dann endlich das Intro. Enno betritt die Bühne, nur einen Augenblick später taucht auch Hannes wieder auf. Was jetzt folgt, ist so etwas wie Magie, etwas völlig Unerwartetes. Enno Bunger und Spaceman Spiff wechseln sich musikalisch ab, jedoch selten ohne den Anderen dabei im Stich zu lassen. So haucht jeder den Songs des jeweils Anderen noch eine ganz besondere Note ein. Es gibt Momente, da erinnert das Arrangement an einen einzigen Filmsoundtrack. Und als wäre die Harmonie der jungen Männer nicht schon großartig genug, werden sie dabei zusätzlich von zwei weiteren talentierten Musikern begleitet. Eine unfassbare Kombination, die eine Vielzahl der sonst so ruhigen Songs ungewohnt tanzbar macht. Man solle nicht erschrocken sein und könne ruhig sitzen bleiben, die ruhigeren Songs stünden noch an, verkünden die Zwei schließlich mit einem Zwinkern. Enno und Hannes fühlen sich sichtlich und hörbar wohl auf der Bühne. Manchmal fragt man sich, was denn daran so schwer wäre, spaßbefreite dummschwatzende „Comedians” wie Mario Barth durch dieses Duo zu ersetzen. So klären die Zwei etwa auf eine unglaublich herzliche und sympathische Art und Weise, ob man sich beim Song des jeweils Anderen denn bedanken dürfe. Während Hannes eher den verplanten und putzigen Part übernimmt und so etwas wie den lernbereiten Schüler mimt, ist Enno gewohnt schlagfertig und hat die verrücktesten Geschichten auf Lager. Ob „Bunger King“ oder „Single der Woche”, während der bekannten Ballade „Regen“ etwa muss man sich tatsächlich hüten, die Stimmung durch einen Lachkrampf nicht völlig zu crashen. Doch auch Spaceman Spiff hält die ausverkaufte Weststadthalle in seinem Bann, was neben seinem liebenswerten Auftreten auch an Darbietungen großartiger Songs wie „Vorwärts ist keine Richtung“, „Hamburg“ oder „Wände“ liegt. Ein Segen für Hals und Gesäß ist die fünfzehnminütige Pause. Wohlverdiente und gut gesetzte Zeit, um die Lachtränen und jene der Faszination zu trocknen. Was ein wenig erstaunt, ist der späte Einsatz des fast schon klischeehaften Sternenhimmels, den das Publikum mit einem herzlichen „Awwwwww“ begrüßt. Besonders zu „Ich möchte noch bleiben, die Nacht ist noch jung“ entfaltet so noch einmal eine viel spürbarere Wirkung. Sogar einen neuen Song hat Enno noch parat. „Ich will scheitern, so lang bis ich weiß, was du, ich weiß, wo du, ich weiß, wer du bist.“ Gegen 22.45 Uhr schließlich verlassen die Musiker unter Standing Ovations die Bühne, ehe sie nur kurze Zeit später im Foyer wieder auftauchen, um einen netten Plausch zu halten, gekaufte Fanartikel zu signieren oder für Fotos zu posieren. Wir überreichen Enno im Rahmen dessen ein kleines Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Nimmersatt“. Perfekt für einen Tourstart in Essen und perfekt für Enno, der dazu sogleich seine Anekdoten auspackt. Wenn du irgendwann keine Lust mehr auf die Musik hast, lieber Enno, dann werde doch bitte ostfriesischer Geschichtenerzähler. Wir würden dir bei einem Tässchen Tee nur allzu gern zuhören. Und der Thees wahrscheinlich auch. [Best_Wordpress_Gallery id=”6″ gal_title=”Enno Bunger & Spaceman Spiff”] Allen Zweiflern und Neugierigen sei an dieser Stelle ans Herz gelegt: Besucht diese Tour! Ihr ärgert Euch, wenn Ihr es nicht tut. Folgende Daten stehen noch auf dem Plan… Enno Bunger & Spaceman Spiff auf Tour

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