Rezension: PLEIL – Punkt.Statt,Komma

Marco Pleil ist normalerweise als Sänger der Band Cloudberry unterwegs, gibt dort Songs auf Englisch zum Besten. Doch irgendwie reicht ihm das nach 14 Jahren nicht mehr so ganz.

Er möchte etwas Neues erleben und erschafft sein minimalistisches Soloprojekt PLEIL. Ganz anders als seine Band. Ein Typ, seine Gitarre, hier und da etwas Schlagzeug und deutsche Texte. PLEIL will die Vergangenheit hinter sich lassen und optimistisch in die Ferne blicken. Es entsteht eine drei Songs starke EP mit dem Namen “Punkt.Statt,Komma”. Wortspiele sind schön. Sie wecken Aufmerksamkeit. Und das ist der Grund, wieso ich mir die drei Tracks genauer angehört habe.

punktstattkommapleil
Name Punkt.Statt,Komma von PLEIL ¹
Erschienen am 06.12.2013 via Freibank
Musikstil minimalistisch. Ein Typ, seine Gitarre, Songs.
Spieldauer 07:14 min verteilt auf 3 Songs
zu erwerben via Amazon*, iTunes & Co.

Bei „Punkt.Statt,Komma” handelt es sich – was für eine große Überraschung – um den zugegebenermaßen wirklich kreativen Namensgeber der EP. Die Aussage ist nicht schwer zu verstehen: Man kann Dinge nur wirklich beenden, wenn man sie auch tatsächlich mit einem Punkt abschließt. Es muss ein Schlussstrich unter Vergangenes gezogen werden, um optimistisch in die Zukunft blicken zu können. Weise Worte, Herr Pleil, weise Worte. „Fehlt dir die Zeit oder einfach mehr Mut?“ – ein eher melancholischer Einstieg in die EP, der trotzdem nicht zu schwer im Magen liegt, sondern noch immer eine gewisse Leichtigkeit vermittelt. „Wer renoviert mir die Welt? Eine Entscheidung, die du fällst…“
Der zweite Track, „Fünfzehnminuten“, erinnert – nicht von der Stimme her, eher so grundsätzlich stilistisch – ein wenig an die vielfach vermissten Virginia Jetzt, Kid Kopphausen und Co.KG. Schöner solider deutscher Indie- bis Songwriterpop. Ein Song, bei dem Leichtigkeit in der Luft liegt. Hebt sich jedoch nicht sonderlich als etwas noch nie Dagewesenes aus der Masse hervor. Es muss ja aber auch nicht immer jeder direkt das Rad neu erfinden.
Arsch auf Eimer – ich oder Keiner” – der dritte Track regt durchaus erst einmal zum Schmunzeln an. Man muss schon zugeben, Pleil formuliert es ziemlich frech und aber auch irgendwie wahr. Dieser Song hat fast etwas von der Sicht eines verliebten Teenagers. Kann gefallen, muss aber nicht. Für mich ist dies der schwächste Song von den Dreien, auch wenn er an sich einen spannenden Kontrast zu den anderen beiden darstellt.

„Punkt.Statt,Komma“ ist eine interessante EP, die sich Freunde der deutschen Songwriterkultur durchaus einmal anhören können. Allerdings ist es auch so, dass es kein tragischer Verlust wäre, täten sie es nicht. Das Potential ist aber vorhanden und es bleibt abzuwarten, was PLEIL in Zukunft noch an Solostücken in die Welt hinausträgt. Am 16.04. supportet er übrigens GARISH in Wiesbaden und am 30.07. spielt er beim STOFFEL in Frankfurt am Main.

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Mein Name ist Tini, ich bin 24 Jahre alt und studiere Medienwissenschaft irgendwo am Rande NRWs.
Mein Leben finanziere ich mir derzeit mit meinem Nebenjob als Software Testerin.
Im September 2013 startete ich diesen Blog und im Spätsommer 2014 entdeckte ich dadurch meine größte Leidenschaft - die Konzertfotografie.

Schallgefluester

Livemusik und Bühnennebel. Der Stoff, aus dem Konzerte sind. Schallgefluester ist dein Musikblog mit Herz und Seele statt kopfloser Massenproduktion. Von Adam Angst bis Die XYZ – hier wird musikalische Vielfalt groß geschrieben. Von Konzertfotos und Berichten bis hin zu Interviews, Rezensionen und Ankündigungen – ich widme mich kleinen und größeren Künstlern und deren Musik. Ob Geheimtipp wie Farben/Schwarz und KAFVKA oder großer Fisch wie Alligatoah, Billy Talent oder The Pretty Reckless – für mich zählt die Leidenschaft an der Musik.

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