Bericht: Heisskalt und An Early Cascade in Köln

Sonntag, der 06.04.2014 gegen 19.30 Uhr. Köln-Ehrenfeld. Der kurze Regenschauer ist bereits wieder passé. Zahlreiche Leuten, bevorzugt in diversen Bandshirts und oftmals mit Jutebeuteln bewaffnet, tummeln sich vor dem beliebten Konzertclub „Underground“. Vor all diesen Menschen liegt heute noch ein heißes und verschwitztes Date mit den vier Durchstartern von Heisskalt.

Doch zunächst müssen alle durch den Einlass, vorbei an den Versuchungen der Bar und des Merchandisingstandes und hin zur schnuckelig kleinen Bühne. Denn wenn der Underground durch etwas besticht, dann durch seinen Charme. Nicht zu groß, nicht zu klein, irgendwie einfach der perfekte Club für ein eher intimes Konzert.

Gegen 20 Uhr betritt Heisskalt-Bassist Lucas die Bühne und kündigt die Vorband des heutigen Abends an. Als „eine frühe Kaskade“ in „Das bleibt hier“ verewigt und nun mit auf Tour – An Early Cascade aus Stuttgart. Langsam könnte man ja denken, dass in der Gegend irgendwie ein Nest der guten Bands liegen muss…

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Die Band um Sänger Maik Czymara legt direkt so richtig los und sprüht nur so vor Energie. Wenn man diesen Kerlen etwas ansieht, dann die jahrelange Bühnenerfahrung. Mit spürbarem Spaß an der Musik und Bock auf diesen Abend und heizen sie das Publikum mit ihrer Mischung aus Post-Hardcore, Alternative Rock und Metal gut vor. Hier ein kleiner Einblick in die etwas kryptische Setlist…

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Um etwa 21 Uhr stehen dann auch die Jungs von Heisskalt in den Startlöchern. Der Club ist mittlerweile wirklich gut gefüllt, es wird vor allem in den ersten Reihen deutlich kuscheliger. Hier und da ist jetzt der Ellbogen angebracht, wenn man sich nicht komplett zur Seite drängen lassen möchte. Was gerade bei an diesem Abend auffällt – das Publikum der Band hat sich in den letzten Monaten sichtlich verändert. Der Anteil der männlichen Hörerschaft ist nun auch wesentlich deutlicher als sonst auf Tour spürbar.

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Ganz oben auf der Setlist – „Sonne über Wien“. Einen besseren Opener kann es wohl kaum geben, der komplette Underground ist sofort stimmungstechnisch voll dabei. Was vermutlich den Wenigsten aufgefallen ist – direkt darauf folgt der altbekannte “Mit Liebe gebraut”-Song „Der Mond“. Für mehr solcher fantastischen versteckten Wortspiele auf Konzerten!
Die komplette Bühnenshow von Heisskalt strotzt nur so vor Energie und kann gar nichts Anderes als anzustecken. Die jungen Herren rennen und springen über die Bühne als wären sie nie zu etwas Anderem geboren worden. Gefühlt jeder Anwesende in diesem Club verausgabt sich komplett. Ob Titel von Album oder  EP – der Kölner Underground feiert, tanzt, pogt, crowdsurft, schwitzt und grölt die Songs so gut mit wie es eben nur geht. Dabei kommt einfach jeder auf seine Kosten.

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Wie auf jedem Tourstopp gibt es auch hier wieder die Gelegenheit für einen Fan, zu „Bewegungsdrang“ mit Matzes Gitarre die Bühne zu rocken. Diesmal erklären sich zunächst zwei Fans dazu bereit. Der Heisskalt-Sänger entscheidet sich für denjenigen jungen Herren, welcher sich vorab schon per Mail dafür gemeldet hat. Was auffällt: irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass das nicht sein erstes Mal bei Heisskalt on stage war… aber gut, der zweite Freiwillige wird auf einen anderen Gig vertröstet und darf letztendlich nur wenige Tage später in Essen sein Können auf einer noch viel größeren Bühne unter Beweis stellen.
Zu „Das bleibt hier“ lässt es Matze auf der Bühne kuscheliger werden und lädt eine Hand voll Fans zum Mitsingen on stage ein. Wie sich die Sicht von dort aus gestaltet, könnt Ihr ungefähr hier erahnen…

Nach einer Stunde und fünfzehn Minuten verlassen die vier Stuttgarter die Bühne, um nur kurze Zeit später Autogramm- und Fotowünsche zu erfüllen. Wie immer sehr positiv auffallend: diese Band nimmt sich einfach Zeit für ihre Fans. Ein ganz großes Lob geht dabei aber auch an einen unglaublich geduldigen Securitymann, der tapfer so manches Gesprächsende ausharrte und nicht stur die Fans aus dem Underground scheuchte. Faith in security restored!

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Die Autorin

Hallo, mein Name ist Tini. Gerüchten meiner Eltern zufolge besuchte ich mein erstes Konzert mit gerade einmal drei Jahren. Heute bin ich neben meinem Studium der Medienwissenschaft notgedrungen im Software Testing und Design/Marketing unterwegs, um mich finanziell irgendwie über Wasser zu halten. Mein Herz habe ich im Jahr 2014 allerdings an die Konzertfotografie verloren und seitdem auch nicht wieder bekommen…

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Livemusik und Bühnennebel. Der Stoff, aus dem Konzerte sind. Schallgefluester ist dein Musikblog mit Herz und Seele statt kopfloser Massenproduktion. Von Adam Angst bis Die XYZ – hier wird musikalische Vielfalt groß geschrieben. Von Konzertfotos und Berichten bis hin zu Interviews, Rezensionen und Ankündigungen – ich widme mich kleinen und größeren Künstlern und deren Musik. Ob Geheimtipp wie Farben/Schwarz und KAFVKA oder großer Fisch wie Alligatoah, Billy Talent oder The Pretty Reckless – für mich zählt die Leidenschaft an der Musik.

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