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    Im Interview: Finn Martin

    Schallgefluester Finn Martin 1

    [dropcap]O[/dropcap]b im Studio in Stockholm, auf den Dächern von New York, in den Tempelruinen Indiens oder unter den Wasserfällen Neuseelands – Finn Martin hat schon viel von der Welt gesehen.

    Im zarten Alter von 14 Jahren begann Finn mit dem Schreiben eigener Songs. Gute drei Jahre später schließlich bekam er mit seiner 2006 gegründeten Band Asher Lane seinen ersten Plattenvertrag.
    Doch mittlerweile ist er auf Solopfaden unterwegs und durfte so sogar schon mit P!NK auf Tour gehen. Im Februar 2013 trat er mit dem Titel “Change” beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest an. Dieser ist auch gleichzeitig der Namensgeber für sein im März erschienenes Album.
    Aber was steckt sonst noch hinter Finn und seiner Musik?
    Wir sind der Frage nachgegangen und ihn für Euch um ein kleines Interview gebeten…

    Foto: Neda Rajab
    Foto: Neda Rajab

    SG: Du bist schon oft gereist und hast viel von der Welt gesehen – gibt es einen schönsten oder lustigsten Moment, an den du dich gern zurück erinnerst?

    Ein Moment, den ich nie vergessen werde, war als ich mit dem Zug durch Indien gereist bin. Das war eine ziemlich extreme Erfahrung: der Zug hatte keine Türen, Leuten sprangen rein und raus, die Fenster waren offen, nur mit Gitterstäben davor, und der Zug war komplett überfüllt. Ich hatte meine Gitarre dabei und eine Gruppe indischer Männer fragte mich auf Englisch, ob ich etwas spielen kann.
    Als ich anfing zu spielen, standen die Menschen um mich herum auf und fingen an zu tanzen und haben dazu gesungen. Das war wirklich ein unglaublicher Moment.

    SG: Was möchtest du noch von der Welt sehen – was interessiert dich?

    Ich würde sehr gerne noch mal nach Kuba, so lange es noch in seiner jetzigen Form besteht. Das Land, die Kultur und natürlich die Musik will ich unbedingt einmal live erleben.
    Eine Weltreise steht ebenfalls noch ganz oben auf meiner “To-Do”-Liste – es gibt noch so Vieles zu sehen.

    Liest du noch oder likest du schon?

    SG: „Change“ ist dein erstes Album als Solokünstler – Wovon handelt es? Wie entstand der Albumtitel?

    Bei “Change” geht es um Veränderung, Aufbruch und Weiterentwicklung. Und das war genau das Gefühl, das bei mir vorherrschte, als ich anfing mein erstes Solo Album zu schreiben.
    Aber es geht dabei auch um die gesellschaftliche Veränderung. Ich habe den Titelsong „Change“ geschrieben, als ich durch Europa gereist bin und egal wo ich war, eine unglaublich Energie in der Luft gespürt habe. Ich war zum Beispiel in London im Studio und genau zu der Zeit wurde auf Grund der Demonstrationen der Occupy-Bewegung zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg die St. Pauls Cathedral geschlossen. All diese Eindrücke haben mich zu „Change“ inspiriert.

    SG: Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?

    Das ändert sich immer mal wieder, aber zwei Songs, die mir besonders viel bedeuten, sind „Army Of Two“ und „Save Me“.
    „Army Of Two“ war der Song, bei dem ich nach einer langen Phase des Ausprobierens gedacht habe, dass ist der Sound den ich machen möchte. Ich weiß noch genau, wie mein Producer Chris Wahle und ich in den Morgenstunden nach einer langen Nacht im Studio in Stockholm saßen und wir beim Anhören beide Gänsehaut hatten. Und „Save Me“ hat sich auf den Konzerten in diesem Jahr zu meinem Live-Liebling entwickelt, da bei dem Song am Ende eigentlich immer alle mitsingen.

    SG: Was gibt dir die Inspiration beim Texteschreiben?

    Meine Inspiration ziehe ich aus meinen Reisen. Dabei ist es egal, ob ich in Karlsruhe oder in Neuseeland unterwegs bin. Es geht um die Menschen, die man trifft und die Situationen, die ich unterwegs erlebe. Ich finde es schön, all diese Begegnungen in Texten und Liedern festzuhalten.

    Foto: Neda Rajab
    Foto: Neda Rajab

    SG: Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?

    Ich würde meine Musik als Elektro-Folk beschreiben, also eine Mischung aus akustischen Singer – Songwriter Elementen und elektronischem Pop.
    Ich schreibe alle Lieder zu erst auf der Akustikgitarre. Erst wenn sie dort funktionieren, können wir im Studio weiter daran arbeiten.

    SG: Da du schon so viel gesehen hast – gibt es etwas, was du auf der Welt gern ändern würdest?

    Wenn ich mich auf der Welt umschaue, gibt es natürlich unglaublich viele Dinge, die ich gerne ändern würde. Ich finde es aber auch wichtig, mit den Dingen anzufangen, die direkt in unserm Umfeld passieren. Ich war gerade erst vor kurzem zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema „Wer gibt der Jugend eine Perspektive“ eingeladen. Das ist auf jeden Fall ein Thema, was mir sehr am Herzen liegt und wo jeder mit kleinen Schritten seinen Beitrag leisten kann.

    SG: Im Oktober gehst du auf Club Tour durch Deutschland – Was kann man erwarten?

    Einen besonderen Abend! Mir ist es wichtig, dass am Ende des Konzerts wirklich jeder mit einem Lächeln auf den Lippen aus dem Club geht und eine schöne Zeit hatte. Wir haben bewusst kleine Clubs für die Tour ausgewählt, um den Rahmen einfach persönlicher zu halten. Wie ein Abend mit Freunden, bei dem man gemeinsam Musik macht.

    SG: Bist du sehr aufgeregt? Welche Gefühle übermannen dich, bei dem Gedanken an die erste eigene Tour?

    Ich bin auf jeden Fall sehr aufgeregt und freu mich jetzt schon wahnsinnig auf die Tour. Auch wenn ich dieses Jahr mit meiner Band schon viele Konzerte gespielt habe und wir auch mit Medina und Glasperlenspiel auf Tour waren, ist es ein ganz spezielles Gefühl, auf die erste eigene Solo-Tour zu gehen. Ich kann es kaum erwarten.

    SG: Wird es Überraschungen für die Fans geben, wie zum Beispiel Lieder in besonderen oder speziellen Versionen?

    Es wird auf jeden Fall einige Überraschungen geben. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber wir haben uns einige Besonderheiten überlegt. Kommt einfach vorbei und findet es selbst heraus.

    SG: Abschließend: Was sind deine musikalischen Ziele? Wo soll es dich noch hintreiben?

    Mein wichtigstes Ziel ist, mir musikalisch treu zu bleiben; Songs aufzunehmen, die von Herzen kommen; unterwegs zu sein und diese Musik mit anderen Menschen teilen zu können.

    „Kommt einfach vorbei und findet es selbst heraus“ – Besser kann man es wohl gar nicht sagen. Wir bedanken uns herzlich bei Finn für die gedankliche Weltreise in Form dieses tollen Interviews und wünschen ihm und seiner Band viel Spaß auf der kommenden Tour. Wenn Ihr Lust bekommen habt, auf eins seiner Konzerte zu gehen, dann habt Ihr hier die Daten dafür…

    Finn Martin auf Tour

    14.10.2013 Hamburg Prinzenbar
    15.10.2013 Köln Studio 672
    17.10.2013 Berlin Comet

    Weiterführende Links zum Künstler

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