Fotos: Mark Forster & Amanda in Dortmund

Oft geschehen die richtigen Dinge in jenen Momenten, in denen man sie am wenigsten erwartet hat. Drei Jahre lang habe ich davon geträumt und am vergangenen Sonntag ging einer meiner allergrößten Wünsche endlich in Erfüllung – nach Daniel Nitt durfte ich nun endlich auch einmal bei einer Show von Mark Forster fotografieren.

„Eigentlich sind mir bekannte Musiker gar nicht so wichtig“, habe ich so vielen Menschen in den vergangenen Jahren erzählt, „aber wenn ich einmal Mark Forster fotografieren darf, dann habe ich für mich persönlich alles erreicht.“ Der eine oder andere Leser dieses Blogs sollte es bereits wissen; für alle Anderen sei nur so viel gesagt: Es gab eine Zeit zwischen 2014 und 2015, da brach ich aus meinem üblichen musikalischen Umfeld aus und fand persönlichen Halt in den Gesprächen mit und der Musik von Mark Forster. Und ja, hergottnochmal, er ist im Mainstream angekommen. Und dennoch liebe ich das Gefühl, welches er mir mit seiner Musik und seinem öffentlichen Auftreten gibt.

Am Sonntag, dem 03. September 2017, erhalte ich um etwa 11 Uhr morgens eine komplett unerwartete Mail, die mich völlig aus den Socken wirft: Eine Akkreditierungsbestätigung für das Mark Forster Open Air am selben Abend im Westfalenpark in Dortmund. Nachdem ich zunächst wie ein frisch geborenes Rehkitz durch meine WG irre, mache ich mich bereits gute drei Stunden später auf den Weg nach Dortmund.

Long story short: Nachdem ich Mark Forster bereits unter anderem im knapp 1.300 Leute fassenden FZW in Dortmund live erleben durfte, spielt das heutige Konzert in einer ganz anderen Liga: Das Gelände ist für knapp 15.000 Zuschauer ausgelegt. Und ich bin für Schallgefluester dabei. Ist das verrückt oder ist das verrückt?

Doch bevor es mit der Show des sympathischen Mützenträgers los geht, ist es zunächst Zeit für Amanda. Dem Einen oder Anderen dürfte die deutsche Rapperin mit US-amerikanischem Vater noch unter dem Namen She-Raw ein Begriff sein. Selbstbewusst betritt die Musikerin samt ihrer Band die große Bühne im Westfalenpark und gibt eine faszinierende Bandbreite von beachtlichen Rap Skills bis hin zu melodiösem Gesang mit Gute-Laune-Faktor zum Besten. Ein durch und durch temperamentvoller Auftritt.

Bevor es mit dem Main Act des Abends weiter geht, schlage ich mich noch ein Stück weiter nach vorn durch. Es ist nämlich so: Normalerweise darf man als akkreditierter Fotograf in der Regel für die ersten drei Songs in den Bühnengraben gehen und von dort aus ein paar Fotos schießen. Dieses Mal ist dieser laut vorheriger Absprache mit der Security wohl aber angeblich so klein, dass die Bilder aus dem Publikum gemacht werden sollen. Heißt für mich: Netten Menschen die Lage kurz schildern und auf Verständnis hoffen. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an diejenigen raus, die meine Anwesenheit über diesen Zeitraum geduldet haben – und das, obwohl plötzlich sogar zwei andere Fotografen im Graben auftauchten. Ich hoffe, Ihr hattet einen tollen Abend da vorn!

Und dann geht es auch endlich los. Smartphones und Digitalkameras werden in die Höhe gereckt und gefühlt alles um mich herum rastet vor Freude aus. Und auch in mir macht sich ein tolles Gefühl breit. Seit mehr als anderthalb Jahren habe ich Mark Forster nun nicht mehr live gesehen. Und obwohl ich sein drittes Album Tape nicht sonderlich gut habe wegkommen lassen, ziehen mich Mark und seine bis auf zwei bekannte Gesichter komplett neu aufgestellte Band für den Rest des Abends komplett in ihren Bann. Geschickt verbindet er alte Klassiker seiner Live-Show mit neueren Elementen und verknüpft Lieder aller drei Alben (und sogar einen Track von Glashaus) in einem ausgewogenen Verhältnis miteinander.

Noch immer fegt der Wahl-Berliner wie ein absoluter Wirbelwind über die Bühne und verbreitet mit seinen Songs und kleinen Geschichte unglaublich gute Laune oder weckt mit Liedern wie „Flüsterton“ und „Einer dieser Steine“ mindestens bei mir die ganz großen Gefühle. Natürlich wird vor allem bei den großen Smash-Hits wie „Flash mich“, „Au Revoir“, „Sowieso“ oder „Chöre“ aus voller Kehle mitgesungen. Und weil das alles wohl das größte Solo-Open-Air-Konzert seiner bisherigen musikalischen Karriere ist, wird mit Luftschlangen und Bühnennebel auch so richtig geklotzt und nicht gekleckert. Während des Songs „Ich trink auf dich“ kommt „Sing meinen Song“-Kollege Gentleman mit auf die Bühne, Support-Act Amanda übernimmt Sidos Rap-Part in „Au Revoir“. Gekrönt wird dieser eh schon völlig verrückte Abend dann auch noch mit einem kleinen Abschluss-Feuerwerk. Wunderschön.

Tatsächlich muss ich zugeben, dass ich auch nach diesem Open Air weiterhin kein besonders großer Fan des Albums „Tape“ bin, es aber dank eines guten Arrangements und einer wie immer herausragenden Performance seitens Mark und der Band live in meinen Ohren um Einiges besser klingt als von mir vorab erwartet.

Fotos: Mark Forster & Amanda in Dortmund

Ein riesiger Dank geht hiermit raus an Laura Stockbrink von der Live Modus Event- & Konzertagentur GmbH, die mir die Anwesenheit und das Fotografieren an diesem Abend überhaupt erst ermöglicht und mir so einen riesigen Traum erfüllt hat.

tini
tini

Medienstudentin und Software-Testerin in NRW. Fotografiert erst seit August 2014, dafür aber mit voller Leidenschaft. Canon EOS 700D* mit Canon 50mm 1.4* samt original Canon GeLi* & Canon 24mm 2.8*

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Schallgefluester

Livemusik und Bühnennebel. Der Stoff, aus dem Konzerte sind. Genau diesen Phänomenen widmet sich Schallgefluester - dein Musikblog mit Herz und Seele statt kopfloser Massenproduktion. Von Adam Angst bis Die XYZ - hier wird musikalische Vielfalt groß geschrieben. Von Konzertfotos und Berichten bis hin zu Interviews, Rezensionenund Ankündigungen - ich widme mich kleinen und größeren Künstlern und deren Musik. Ob Geheimtipp wie Farben/Schwarz und END oder großer Fisch wie Thees Uhlmann, Jan Delay oder Sleeping With Sirens - für mich zählt die Leidenschaft an der Musik.

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