Fotos: Der Samstag beim Big Day Out 9.0

Endlich ist es soweit: Ich zeige Euch meine Fotos vom verregneten Samstag beim Big Day Out 9.0 in Anröchte und ziehe mein Fazit zu dem Festival in der Nähe von Soest.

Mir war ja von Anfang an klar, dass es am Wochenende des Big Day Out 9.0 in Anröchte nass werden könnte. Dass aber Menschen im Matsch über den Zeltplatz robben würden und die Menschen auf dem Festivalgelände reihenweise durchweichen, das ahnte ich dann doch nicht. Aber beginnen wir von vorn…

Schon als wir uns pünktlich am Einlass des Festivalgeländes versammeln, kündigt sich unter den bereits wartenden Besuchern eine gewisse Grundstimmung an: Trotz des Sprühregens wird geduldig gewartet und es wird sogar ein Ball hin und her gespielt.

Opener der Main Stage und des zweiten Festivaltages im Allgemeinen sind dieses Mal die Österreicher von TURBOBIER. Während sich das Publikum zunächst noch etwas verhalten zeigt, werde ich nach ein paar Songs den Eindruck nicht mehr los, dass jeder auf dem Platz die Band irgendwie sympathisch findet. Mir geht’s ähnlich – und dabei trinke ich noch nicht einmal Bier. Bei meiner Begleitung wirkt der Auftritt noch besser und so steht sie plötzlich mit einem Hopfenkaltgetränk neben mir.

Auf der S-Club Bühne geht es ähnlich sympathisch mit einer der Lokalbands des Big Day Out weiter. Während ich die Band nun schon länger im Blick habe, überzeugen FLASH FORWARD meine Begleitung sofort. Was aber auch daran liegen könnte, dass sie uns irgendwie an die Band 5BUGS erinnern… Dem Publikum gefällt’s auch und so trotzen wir beim eingängigen Alternative Rock der Band auch gemeinsam feiernd dem Regen.

Ich gebe es zu – etwas verwundert bin ich über die frühe Auftrittszeit der nun auf der Hauptbühne folgenden Band schon. Heisskalt haben sich in den letzten Jahren zu Recht eine große Fangemeinde erspielt. Leute singen lautstark mit, feiern das Timing des Wetters während des Songs „Sonne über Wien“ und applaudieren Frontmann Matze zu Recht für seine politische Ansage: Geht wählen oder macht Euch wenigstens verdammt gute Gedanken darum, warum Ihr es nicht tun wollt. Wo er Recht hat…

Völliger Genrewechsel auf der S-Club Bühne. Endlich erfahren wir, dass man BRKN wie „Berkan“ ausspricht. Hier gibt es Hip Hop mit Elementen des R’n’B und Soul auf die Ohren. Erinnert mich zeitweise irgendwie an Chefket…

Die Mainstage hält nun erneut ein kleines Highlight für mich bereit: Die Melodic Hardcore Band The Amity Affliction aus Australien. Und trotz des größeren angekündigten Regenschauers bleibt das Publikum tapfer und sorgt für einen gefühlten Dauer-Moshpit vor der Hauptbühne.

The Intersphere wurden mir schon so oft empfohlen und endlich ist es soweit und ich darf sie live erleben. Ich bin beeindruckt von ihrem technischen Können und ihrer allgemeinen Präsenz. Wem aus dem Publikum ist eigentlich trotz eines Outfitwechsels aufgefallen, dass der Bassist eben noch auf der Hauptbühne die Saiten mit Heisskalt gezupft hat?

Unbestreitbar folgt mit den DONOTS der eigentliche Headliner dieses Festivaltages, wenn nicht sogar des kompletten Big Day Out 2017. Vom ersten Song an rastet gefühlt der komplette Platz total aus und feiert eine riesige gemeinsame Party. Bürgermeister Ingo und auch der Rest der Band können ihr Glück kaum in Worte fassen und strahlen größtenteils fassungslos um die Wette. Neben ihrer klaren politischen Message eines riesigen durchgestrichenen Hakenkreuzes auf dem Backdrop kommt der Spaß an keiner Stelle zu kurz – ob im größten je von mir beobachteten Moshpit oder beim Glücklichmachen eines weiblichen Fans, welcher eigentlich nur einen Drumstick wollte und sich plötzlich auf der riesigen Bühne wiederfand – inklusive vor sich kniendem Ingo Knollmann.

Ja, ich geb’s zu. Ich gehöre einfach nicht zur Zielgruppe der Monsters Of Liedermaching, da ich einfach so überhaupt nicht mit deren Texten klar komme. Weil sie aber durchaus ihre Zielgruppe haben (Grüße gehen raus an die Tiere in der ersten Reihe) und die Stimmung während ihres Auftritts auf der S-Club Bühne wirklich gut ist, belasse ich es dabei und lasse einfach nur die Fotos für sich sprechen.

Kaum zu glauben, aber wahr: Der Big Day Out 9.0 nähert sich seinem Ende. Während die Sicht im Verlauf des bisherigen Festivals eigentlich auch für kleinere Menschen in Ordnung ging, scheint das Publikum vor der verhüllten Main Stage plötzlich zu wachsen. Ob das wohl am Regen liegt?
Der letzte Act des Festivals ist jedenfalls Alligatoah, der nicht nur ein unfassbar aufwendiges und buntes Bühnenbild mitgebracht hat, sondern auch echt ’ne ganze Menge an textsicheren Fans. Während viele Leute überwiegend die Refrains mitsingen, kann man hier und da Grüppchen erkennen, die sich komplette Songs lautstark um die Ohren schmettern und dabei riesige Freude ausstrahlen. Die aufwendig inszenierte Bühnenshow an sich ist natürlich Geschmackssache und so lasse ich den Abend eher gemütlich auf dem Turm des Beleuchters ausklingen, während mein Freundeskreis inmitten des Menschenmeeres eine kleine Party feiert. Es sei ihnen gegönnt.

Fotos: Der Samstag beim Big Day Out 9.0

 

Unterm Strich habe ich bisher noch kein Festival erlebt, das man mit dem Big Day Out 9.0 hätte vergleichen können. Eine großartige Organisation traf hier auf die perfekte Geländegröße, ein angenehmes Publikum, ein wirklich tolles abwechslungsreiches Line-Up samt fairem Spielplan und ein angenehmes Publikum. Vielen vielen lieben Dank übrigens für’s Möglichmachen eines unvergesslichen ersten Besuchs beim Big Day Out!

Meine einzigen beiden Kritikpunkte: Das Essens-Angebot für Veganer und die Absprache mit den örtlichen Verkehrsbetrieben. Es wäre wirklich schön, könnte sich das Team des Big Day Out vor der darauffolgenden Ausgabe im Jahr 2018 einmal mit den Verantwortlichen des Regionalverkehrs Ruhr-Lippe zusammensetzen und an einer besseren Lösung für den Verkehr der Nachtbusse feilen. Vielleicht wäre es ja beispielsweise möglich, an einem Stand auf dem Gelände bereits im Vorfeld Bustickets samt Nachtzuschlag zu erwerben, um den Stress am und im Nachtbus so klein wie möglich zu halten. Lustig war es nämlich nicht, dank unzähliger Bezahlvorgänge lange vor dem Bus zu warten, während ungeduldige angetrunkene Menschen den Nothahn betätigen und die Abfahrt so noch weiter verzögern. Hätte ich mir nicht glücklicherweise noch recht spontan die Airbnb angemietet, hätte ich dank dieser chaotischen Situation direkt zwei Nächte am Bahnhof in Lippstadt verbringen dürfen…

tini
tini

Medienstudentin und Software-Testerin in NRW. Fotografiert erst seit August 2014, dafür aber mit voller Leidenschaft. Canon EOS 700D* mit Canon 50mm 1.4* samt original Canon GeLi* & Canon 24mm 2.8*

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Livemusik und Bühnennebel. Der Stoff, aus dem Konzerte sind. Genau diesen Phänomenen widmet sich Schallgefluester - dein Musikblog mit Herz und Seele statt kopfloser Massenproduktion. Von Adam Angst bis Die XYZ - hier wird musikalische Vielfalt groß geschrieben. Von Konzertfotos und Berichten bis hin zu Interviews, Rezensionenund Ankündigungen - ich widme mich kleinen und größeren Künstlern und deren Musik. Ob Geheimtipp wie Farben/Schwarz und END oder großer Fisch wie Thees Uhlmann, Jan Delay oder Sleeping With Sirens - für mich zählt die Leidenschaft an der Musik.

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