Fotos: Der Freitag beim Green Juice Festival 2017

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich war schon beinahe am Gelände des Green Juice Festivals, als mich eine Schreckensnachricht ereilte. Wie doch alles noch gut wurde…

Ich befinde mich bereits in einem Linienbus von Hennef nach Bonn, als mich eine Freundin immer wieder anzurufen versucht. Endlich stimmt das Timing und ich nehme den Anruf an.

„Was ist los?“
– „Bist du schon auf dem Weg? Der Einlass für’s Green Juice wurde verschoben. Das Gelände steht unter Wasser.“

Gelände unter Wasser. Was? Und nun? Schnell alles nachgelesen und herausgefunden: Der Einlass wird von 14.30 Uhr auf 17.30 Uhr verschoben, Lygo sollen aber vorab im BLA in Bonn eine kleine Show spielen. Was mit den anderen Bands ist? Ob das Festival überhaupt noch stattfinden wird? Um 15.30 Uhr soll es eine weitere Information dazu geben. Na klasse…

Am Gelände angekommen, bekomme ich das schlechte Wetter auch zu spüren. Ich hole mir dennoch meine Pressebändchen ab, quatsche kurz mit den Verantwortlichen des Green Juice. In deren Schuhen möchte ich gerade echt nicht stecken. Gemeinsam mit meiner Begleitung mache ich mich auf den Weg in die Innenstadt, um im BLA schon vorab Unterschlupf zu finden. Was soll man auch sonst in einer fremden Stadt tun?

In der Kneipe treffen wir auf weitere gestrandete Seelen, hören ein wenig dem Soundcheck zu und begießen unseren Schock mit einer Limonade. Was wird denn nun aus dem Festival-Freitag? Viele Gerüchte kursieren. „Das Festival fällt aus“, heißt es von der einen Seite, „das hat der Generalanzeiger so geschrieben. Die Veranstalter haben aber noch nichts gepostet.“ „Die Blackys suchen angeblich nach einer Alternative“, heißt es wiederum von einer anderen Seite. Irgendwann aktualisiere ich meine Mails und mein Twitter im Minutentakt, teile jeden kleinen Fetzen mit meinen Followern und update die Menschen um mich herum. Die Zeit im BLA gestaltet sich unglaublich nervenaufreibend. Offizielle Festival-Absage mit Andeutungen, Bemühungen einzelner Bands. Irgendwann beginnen Lygo zu spielen. Was für eine unglaublich geile Liveband! Das BLA platzt aus allen Nähten und wer sich lange genug auf den Leuten halten kann, surft quasi einmal direkt auf der Crowd nach Draußen. Ich befinde mich irgendwo zwischen Zerquetschtwerden, ein paar Fotos machen, für einen Song in den Pit springen und auf neue Informationen warten und saunieren.

Nach dem Konzert wird es nicht nur wieder angenehmer in der Kneipe, es fließen auch immer mehr Informationen. Adam Angst, die Blackout Problems und The Nosebreakers (also Royal Republic in akustisch) sollen auf der Aftershow-Party im Brückenforum spielen. Obwohl der Einlass erst um 19 Uhr starten soll, werden manche Leute direkt panisch und pilgern zur Location. Ich atme erst einmal tief durch. Ein Glück, dass ich Adam Angst heute Abend wirklich sehen werde. Auf diese Band habe ich mich nämlich mit Abstand am meisten gefreut…

Nach einer kurzen Snackpause pilgere ich mit meiner mittlerweile größer gewordenen Crew auch zum Brückenforum und sorge mich um die Kapazitäten des Saals, als ich die Warteschlange so überblicke. Das sind echt nicht wenige Menschen… Im Plaudern mit den anderen Leuten kommt immer wieder die selbe Frage auf: „Du bist doch Presse, wieso weißt du nicht mehr?“ Nun… keine Ahnung! Als wir uns bis kurz vor 20 Uhr immer noch nicht wirklich weiter bewegt haben und es nun laut eines Technikers des Festivals eigentlich beginnen soll, nutze ich meine Akkreditierung und betrete die Location, um die Leute draußen erneut zu updaten. So erlebe ich die leicht verzögerte Öffnung des Saals und stelle erstaunt fest, dass The Prosecution zum Line-Up des Abends dazu gestoßen sind und die „Aftershow-Party“ eröffnen werden.

Es sind noch lange nicht alle Menschen im Saal versammelt, da beginnen The Prosecution schon zu spielen und sorgen bei den bereits anwesenden Leuten dank ihrer tollen Bühnenpräsenz und trotz oder vielleicht auch genau aufgrund ihrer klaren politischen Statements für eine tolle Stimmung. Auch wenn ich gar kein so großer Fan von Skacore bin, diese Band weiß zu unterhalten.

Während einem meiner Freunde das Warten bereits zu viel wurde, haben es die anderen beiden gerade so in den Saal geschafft. Fast wären sie einfach ohne mich und ohne auch nur eine einzige Performance im Brückenforum gesehen zu haben, wieder nach Hause gefahren.

Act Nummer zwei an diesem Abend sind die Blackout Problems, die ich an dieser Stelle nun tatsächlich zum fünfzehnten Mal live erleben darf. Tatsächlich weiß ich mittlerweile echt nicht mehr, was ich noch groß zu dieser Band schreiben soll. Das Publikum feiert sie jedenfalls zu Recht und ich glaube, dank Frontmann Mario wird das Stehen auf dem Publikum langsam zur Trendsportart…

Die dritte Performance im Brückenforum geht an die von vielen so heiß ersehnten Royal Republic. Das heißt… genau genommen spielen sie heute einen ganz speziellen Gig als The Nosebreakers. Ein sympathischer Haufen mit riesiger textsicherer Fangemeinde.

Mein persönlicher Höhepunkt lässt an diesem Abend ganz besonders auf sich warten. Leider haben meine Begleitpersonen die Lust am Event verloren und damit ich nicht nachts irgendwo in der Pampa strande, kann ich nur noch vier Songs einer meiner absoluten Lieblingsbands Adam Angst genießenAlso brülle ich noch einmal vier Lieder lang meinen Pressegrabenkollegen die Songtexte in die Gesichter, fotografiere ein bisschen und verlasse schweren schweren Herzens für diesen Abend das Brückenforum. Aber hey, besser als eine komplette Absage war das allemal.

Fotos: Der Freitag beim Green Juice Festival 2017

 

Fette Grüße gehen raus an meine Kollegen aus dem Pressegraben, allen voran Pia, Andreas und Masterjam. Weiterhin gehen ganz viel Respekt und ein riesiges Dankeschön an die Veranstalter von Forisk Entertainment samt den beteiligten Helfern und die kooperativen Bands . Das, was Ihr da so kurzfristig auf die Beine gestellt habt, war der absolute Wahnsinn. Lediglich die Kommunikation lief leider nicht ganz so wie sie hätte laufen können…

tini
tini

Medienstudentin und Software-Testerin in NRW. Fotografiert erst seit August 2014, dafür aber mit voller Leidenschaft. Canon EOS 700D* mit Canon 50mm 1.4* samt original Canon GeLi* & Canon 24mm 2.8*

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Schallgefluester

Livemusik und Bühnennebel. Der Stoff, aus dem Konzerte sind. Genau diesen Phänomenen widmet sich Schallgefluester - dein Musikblog mit Herz und Seele statt kopfloser Massenproduktion. Von Adam Angst bis Die XYZ - hier wird musikalische Vielfalt groß geschrieben. Von Konzertfotos und Berichten bis hin zu Interviews, Rezensionenund Ankündigungen - ich widme mich kleinen und größeren Künstlern und deren Musik. Ob Geheimtipp wie Farben/Schwarz und END oder großer Fisch wie Thees Uhlmann, Jan Delay oder Sleeping With Sirens - für mich zählt die Leidenschaft an der Musik.

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